Wan Tan
Dienstag, 6. März 2012 11:26
Packen wir es an. Anstatt großer Erklärungen und Vorstellungen einfach gleich mal mit einem Rezept. Wer hier in Zukunft öfters mal interessiert vorbeischaut, wird schon erkennen, in welche Richtung hier gekocht wird und wer die Person hinter diesem Kochblog ist.
Auf dieses Wan Tan Rezept bin ich eigentlich bei der Suche nach Dim Sum, den gedämpften Verwanten der Wan Tans gestoßen. Groß unterscheiden tun sich beide nämlich nur in ihrer Zubereitungsart. Während Wan Tan fritiert werden, werden die Dim Sum gedämpft. Und wie bei allen Teigtaschen, kann man sich bei der Füllung richtig nach Lust und Laune austoben. In diesem Fall soll es eine Schweine-/Garnelenfüllung geben.
Zutaten
Teig
- 50g Reismehl
- 150 ml Wasser
- 150g Weizenmehl
- Salz
Füllung
- 1 kleines Schweineschnitzel
- 7-8 Garnelenschwänze
- Sojasoße ( hell)
- Fischsoße
- Chillies
- kleines Stück Ingwer
- etwas Sesamöl ( das ungeröstete)
- Salz
- 1 Knoblauchzehe
- Öl zum fritieren
Preis
~ 5 Euro
Zubereitung
Das Schweineschnitzel in ganz kleine Würfel schneiden und in eine kleine Schüssel oder einen Gefrierbeutel geben ( darin mariniert es sich besser). Mit einem guten Schuss Sojasoße, etwas Fischsoße, pulverisiertem Chili nach Geschmack und ein wenig Öl marinieren und im Kühlschrank durchziehen lassen. Wenn es die Planung zulässt auch gerne über Nacht. Die Garnelenschwänze in kleine Stücke schneiden. Nicht zu klein, sonst geht meiner Meinung nach das Geschmackserlebniss ein wenig verloren, und den feingehobelten Ingwer untermischen. Den Knoblauch klein schneiden und ebenfalls darunter mischen. Dann salzen und mit ein wenig Öl benetzen und marinieren lassen.
Nun zum Teig. Zuerst die 150ml Wasser aufkochen und das Reismehl einrühren. 30 Minuten quellen lassen und dann das Weizenmehl hinzu geben. Alles 2-3 Minuten verkneten, bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht. Das beste Ergebnis habe ich bisher erzielt, indem ich exakt 150ml Wasser aufgekocht habe. Zu klebrig war es, als ich meinte das verdunstete Wasser mit ein wenig mehr auszugleichen. Zur Not halt später noch ein wenig nachmehlen. Den Teig nochmals eine halbe Stunde stehen lassen. Währenddessen das Fleisch von überflüssiger Marinade trennen, zu den Garnelen geben und alles nochmal gut vermengen. Nun den Teig möglichst dünn ausrollen und in halbwegs quadratische Teile schneiden. Meine waren etwa 5cm x 5cm groß. Zu groß sollten sie nicht sein, da sonst die Füllung später nicht wirklich gar werden kann. Wenns nicht so ganz quadratisch wird, ist es auch nicht so wild, da der Teig halbwegs dehnbar ist. Ich habe ihn einfach in kleinere Einheiten geteilt, gut gemehlt, dann zweimal durch die Nudelmaschine gedreht und auch so unförmige Randstücke zum verarbeiten genommen.
Mit einem Teelöffel mittig etwas von der Füllung auf den Teig geben geben und über Kreuz an den Ecken zusammen falten. Dann nochmal die Lücken hochziehen und alles leicht andrehen. Hört sich kompliziert an, ist aber ziemlich simpel. Die fertig geformten Wan Tan am besten auf einer mehligen Oberfläche verwahren, da sie sonst leicht ankleben und die ganze Arbeit umsonst war. Das Öl in einen Topf oder Wok geben und zum fritieren erhitzen. Ich habe zwar einen Wok genommen, weil es da recht flott geht, aber im Nachhinein empfehle ich doch eher einen kleinen Topf, da ich in den Wok fast zwei Flaschen Öl kippen musste. Denn die Teigtaschen sollten beim fritieren im Öl schwimmen und nicht mit dem Boden in Kontakt kommen. Das gibt nur hässliche angebrannte Stellen. Wenn das Öl ordentlich heiß ist ( Blubberblasen am Holzlöffel) jeweils ein paar Wan Tan in den Topf geben und goldbraun ausbacken lassen. Nicht zu viele, sonst kleben sie mit was Pech nachher zusammen. Bei mir hat es jeweils etwa 3 Minuten gedauert. Die Wan Tan dann noch auf Küchenpapier abtropfen lassen und wer mag, kann sie zwischendurch auch im Ofen noch warm stellen.
Dazu gabs dann Reis, nen scharfen Krautsalat und verschiedene Dips. Mit süß-saurer Soße kamen sie besonders gut an. Aber es geht genauso gut auch eine Hoi Sin Soße oder einfach eine aufgeschlagene Majo.
Varianten
Bei der Füllung kann man sich wirklich auslassen. Ich habe sie auch schon mit einer Hackfüllung ( ähnlich wie Frikadellen) gemacht und heute habe ich zum Beispiel noch ein paar gekochte Perlgraupen für den Biss und mehr Füllung untergerührt. Hat auch sehr gut gepasst und da mir vier Teigtaschen kaputt gegangen sind ( ich habe sie natürlich nicht auf einen bemehlten Untergrund gelegt und sie klebten dann irgendwann am Backpapier), war ich froh, ein paar mehr gemacht zu haben. Genauso geht auch sicher Gemüse, wie Möhre oder Frühlingszwiebeln wunderbar.
Man kann die Taschen auch wunderbar dämpfen. Hier sollte man allerdings aufpassen, dass genug Platz in den Bambuskörbchen oder dem Sieb bleibt, da der Teig sonst wirklich anklebt. Und man sollte die Körbe mit gelöchertem Backpapier auslegen. Ich habe zumindest zwei Bambuskörbe über dem Wok gedämpft, nach 10 Minuten den oberen Korb mit dem unteren ausgetauscht und nochmal 10 Minuten dämpfen lassen. Ging auch sehr gut. Beim dämpfen kann man dann auch gut mit Koriandergrün oder anderen frischen Kräutern arbeiten. Beim fritieren war es mir nur zu schade.
Thema: 5-10 Euro, Asiatisch, Hauptgericht, Vorspeise | Kommentare (0)
